Bunt angestrichene, sündteure Politköpfe kreischen und labern seit Tagen. Die Auserwählten zeigen sich plötzlich wieder dem Volk. Wer hat sie gerufen?

Schwarz, türkis, grün, blau, pink, rot angestrichen hängen die geklonten PolitikerInnen (Plotikeri) vor den Kameras gekaufter Nachrichtenhändler des Systems Kurz. Schon wieder Krise!

Eilig bemühen sie sich, den Volk mit abgestandenen Farbkübeln und sattsam bekannten Sagern zu erreichen. Auffahrt in Wien: In schwarzen Limousinen karachen die schwarzen Granden (?) mit Chauffeuren in die Stellwände der Republik, deren Risse von ArbeiterInnen, Angestellten und BeamtInnen seit jeher geflickt und wieder hergestellt werden. In immer kürzeren Abständen ruft Österzolanien (Schimmelkäserepublik) den Volk zum ausgelutschten Staatszirkus. So was gehört doch bestraft!

Doch strafen können nur die abkassieren. Dem Volk bleibt nichts als dummmaskiert, dummgetestet und dummgespritzt in die türkisgrüne Bildschirmrepublik des Schimmelkäselandes zu glotzen. Um den Schafstall lungern die gekauften Schurnalisten der Systemmedien. Mit Großbuchstaben aus ihren ABC-Setzkästen rufen sie auf den Titelseiten ihrer Schurnaillen die Schafe zur Wollabgabe. Blöd und vergesslich wie immer nimmt der Volk alles hin und harrt der großen Schur. Man kann ja eh nichts machen! Mäh!

„Das Mondschaf steht auf weiter Flur. Es harrt und harrt der großen Schur.“ 1)  Kardinalfehler Krone-Kolumnist Schönborn ermuntert seine Impfschafe, sich wie Jesus zu fügen. Mir dem Spritzenstab gibt er im Impfzentrum des Stephansdomes dem Land der willigen Schweiger den dritten pandämonischen Impfsegen,

War Ibiza noch spannend und grotesk wie ein Spionagefilm, vollzieht sich das neue Betrugsprogramm des Staatszirkus als öde Schnurre. Miserable SchauspielerInnen (Plotikeri), spielen Täter, Opfer und Herr Kommissar, blasen Leerformeln in die Luft, geilen nach Machtwechsel und bringen sich in Stellung. „Ich tät die Kanzlerin eventuell machen“, sagt Pam. Abermals werden „Neubeginn, ein Neues Österreich, endlich Neustart, glasklare Aufklärung, Verantwortung für Österreich übernehmen, Konstruktive Zusammenarbeit “ und andere Leerformeln (Kotz kotz kotz) in die Mikros geflötet, Peinliche Einfallslosigkeit. O Gott ist das schlecht! Gott kann grad nicht, er ist am Spritzen.

Doch halt! Das schwarze Landeshäuptlingsballet hat einen Einfall: Blindwütig treten sie für Kurz mit kurzen Beinen und neuen streitbaren Kampfnamen auf:  Kurzplatter, Miklkurzleitner, Kurzwallner, Kurzhaslauer, Schützenkurzhöfer, Kurzstelzer. So absurd wie treffend. Eine gemeinsame schwarze Abwanderung der ÖVP-Granden mit türkisem Rucksack wäre längst angebracht. Pfeif drauf!

Ich verspüre Hunger und wende mich ab. Werde mir Gnocchi mit Österzolasauce machen, muss dazu aber noch eine Creme fraiche einkaufen. Da fällt mir Baudrillard in die Hand. Er schreibt:

„Wenn die Dinge, die Zeichen, die Handlungen von ihrer Idee, ihrem Begriff, ihrem Wesen, ihrem Wert, ihrer Referenz, ihrem Ursprung und ihrer Bestimmung befreit sind, treten sie in endlose Selbstreproduktion. Die Dinge funktionieren weiter, während die Idee von ihnen längst verloren gegangen ist. Sie funktionieren weiter in totaler Gleichgültigkeit gegenüber ihrem eigenen Gehalt. Und das Paradoxe ist, dass sie umso besser funktionieren. (…) Die Idee des Politischen ist verloren gegangen, aber das politische Spiel geht in geheimer Gleichgültigkeit gegenüber dem eigenen Einsatz weiter. (…) Alle Dinge, die der Idee von sich verlustig gehen, sind wie der Mann, der seinen Schatten verloren hat – sie verfallen in ein Delirium und verlieren sich dann.“ 2)

Die Gnochi waren gut. Ein würdiges Krisenessen. Österzola hat übrigens die Parteifarben der Koalition.

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  1. Christian Morgenstern: Das Mondschaf. Gedicht. Die weiteren Strofen:

„Das Mondschaf rupft sich einen Halm
und geht dann heim auf seine Alm. Das Mondschaf.

Das Mondschaf spricht zu sich im Traum:
„Ich bin des Weltalls dunkler Raum.“ Das Mondschaf.

Das Mondschaf liegt am Morgen tot.
Sein Leib ist weiß, die Sonn ist rot. Das Mondschaf.“

2. Zitiert aus: Jean Baudrillard: Transparenz des Bösen. Ein Essay über extreme Phänomene. Merve Verlag 1992. S 12

3. Österzolasauce: Den politischen Österzola-Käse klein schneiden, mit Creme fraiche in einen Topf geben, langsam auf kleiner Flamme schmelzen lassen und mit Gemüsesuppe aufgießen. Die Sauce kurz aufkochen und mit Pfeffer würzen.