Die Wackeren von der Villa frei nach Christian Morgenstern

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Es läutet an der Villa Wacker.

Landsmägde äugen unter Schirmen.

Ein Bienchen eilt zur Tür nach vor.

Ein Gaul steht vor dem Tor.

Kling.

„Ich bin“, so spricht der gelbe Gaul,

„der Gaul vom unart Wagen.

Ich bring ihnen seit Jahr und Tagen

mit kreativer Freude

Sinn in ihr Gebäude.“

Ping.

Des Amtes Leiter spielt Erfahrung,

längst glaubt er jeden Sinn zu kennen, 

holt Akte Hengst, zwecks Amtes Wahrung,

um das Ergebnis schon im Voraus zu benennen.

So ist‘s dem Landsknecht recht.

Mit beamtischen Gesummel

brummt dazu die Landeshummel.

Integrationiert. Frisiert.

Bingo.

Sie hocken wacker auf den Stühlen

für den Amtsakt diesen schwülen.

Drauf knarren Zahlen, schwurbeln Sager,

behende trennt der Amtsleiter die Lager:

„So wars lang schon abgemacht!“

das Bienchen flügelt brav Habtacht.

Keine Spompanadeln 

beim Kulturamtradeln!

Der gelbe Gaul gähnt an die Wände,

Die Landeshummel gibt sich frisch, 

heiße Luft zieht um den Tisch.

Brumm. 

Es kreist das HIN, es kreist das HER,

rundherum der Amtsverkehr,

dann einen sich die wackren Brüter,

es künden Wackers Ladenhüter:

„So ein Gaul kommt hier nicht vor.

Es bleibt alles wie zuvor.

Passt’s nicht, offen ist das Tor!“ 

Peng.

Der Gaul kehrt um sichtlich gestresst

und ohne Tadel

hinterlässt er

einen Gagel,

dann im Laufen

einen Pferdeapfelhaufen.

Weiter zieht er auf den Acker.

Kurz noch dampft die Villa Wacker.

Später wieder ist’s wie vorher:    

Villa Wacker zeigt sich bieder.

So ist’s dem Landsknecht recht.

Ramasuri in die Endvitrine!

Kultur regiert Beamtenschiene.

Flexibel bleibt im Kübel.

Passt es nicht ins Schema Wacker,

kommt es auf den Pleiteacker.

Hummel, Kulturamtsleiter, Bienchen

steh‘n nur AMSTSCHIMMEL zu Dienchen.

  • Ulrich Gabriel